Form und Farbe

Nov 07, 2014 – Jan 10, 2015
  • Form und Farbe, 2014, Klemm’s, Berlin

  • Form und Farbe, 2014, Klemm’s, Berlin

  • Form und Farbe, 2014, Klemm’s, Berlin

  • Form und Farbe, 2014, Klemm’s, Berlin

  • Form und Farbe, 2014, Klemm’s, Berlin

  • Form und Farbe, 2014, Klemm’s, Berlin

  • Form und Farbe, 2014, Klemm’s, Berlin

  • Form und Farbe, 2014, Klemm’s, Berlin

  • Form und Farbe, 2014, Klemm’s, Berlin

Ich frage mich: Wie sieht der Himmel aus, den ich verkörpern möchte. Ist er blau? Ist er schwarz? Sieht man mich auf dem Land? In der Stadt? Das sind die ersten Fragen, und sie sind wichtig. Aber daraus entsteht keine Verbindlichkeit. Dann frage ich mich, wie ich wirken will. Oder: Ich lese im Drehbuch, wie ich wirken soll. Da gibt es leider wenig Spielraum, das kommt oft aufs Gleiche raus. Dramatische Himmel sind meistens recht beliebt. Ich bin lieber ein Himmel mit dem Drama für den zweiten oder dritten Blick. Ich entwickele immer eine eigene Himmelsvorstellung. Ich bin ja Experte. Natürlich habe ich mir über den Himmel in all seinen Daseinsformen und mit all seinen möglichen und vor allem unmöglichen Bedeutungen viele Gedanken gemacht.

Stellen Sie sich das doch einfach kurz vor: Der, den ich spiele, den gibt es schon immer, den wird es immer geben. Den gibt es jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde. Als Himmel bedeutet mir das nichts. Als Himmelsdarsteller aber lege ich jenes Wissen um das Alltägliche und das Ewige in mich. Damit man es versteht. Ich will immer einen Himmel zeigen, der sich nicht aufdrängt, der zugegen ist, den man aber, und sei es nur unterbewusst, bemerkt, um dann etwas vom Himmel zu bemerken, also zum Beispiel sein immerwährendes Zugegensein. Wenn das gelingt, und oft gelingt es, ist mir viel geglückt. Ich will also, um das deutlich zu sagen, kein Himmel sein, der auf etwas im Betrachter verweist, der der Schauplatz einer Emotion ist oder eines Glaubens.

____________________________________________

“I ask myself: How does the sky, I want to incorporate, look like? Is it blue? Is it black? Can I be seen in the countryside? In the city? These are the first questions – and these are important ones! However this has no binding character. Then I ask myself, how i want to appear. Unfortunately there is not much leeway, very often it amounts tot he same thing. ‚Dramatic skies’ are most often everyone’s favourite. I prefer to be a sky with drama fort he second or third look. I always develop my own idea of a sky. Afterall, I am an expert. Naturally, I gave a lot of thought about the sky and all of it’s states of existence and it’s possible and impossible  meanings.

Just imagine: the one I am playing has been there forever and he will always be there. He is there every day, every hour, every minute, every second. As sky this means nothing to me. As sky-impersonator I put in this specific knowledge about the everyday and the eternal in myself. Just that one understands. I always aim to show a sky, which is not pushy, which is there, however one knows it – and if only subconsciously – to perceive something  of the sky, i.e. something from his perpetual presence. If that works out – and it often does – then i have achieved a lot. So, to be precise: I do not want to be a sky, which refers to something inside the viewer, which is some kind of emotional space or a place for belief.“

from: Heike Geißler, Berufsprotokolle 21: Himmelsdarsteller. Published on the occasion of the exhibition: Adrian Sauer, Form und Farbe, Klemm’s Berlin, 08.11.2014–17.01.2015