Alon Levin ...


Alon Levin
Postponed Modernism
09.01. – 14.02.2009

Ausstellungseröffnung: Freitag, 09. Januar 2009, 18-21 Uhr
Öffnungszeiten: Di-Sa, 11-18 Uhr

Alon Levin (New York/Den Haag) hinterfragt in seinen großformatigen Installationen Denkstrukturen und Systeme, die gesellschaftlichen, ökonomischen und philosophischen Konzepten wie selbstverständlich zugrunde liegen. Sein Vokabular spielt mit den Annahmen von Wachstums- und Fortschrittsglaube, konstruktiver Rationalität, Grenzüberwindungen, Ordnungsprinzipien und modernistischen Utopien. Die Auseinandersetzung mit dieser Gedanken- und Bilderwelt und deren Metaphern und Symbolen, der Konflikt des Einzelnen mit dem Universellen ist die Triebfeder für Alon Levins Arbeiten.
Sinngemäß ist auch Levins methodischer und ästhetischer Ansatz: zu Beginn werden Parameter und Vorgehensweise etabliert. Dann beginnt ein Prozess der Reaktion, der Auseinandersetzung und letztlich der spielerischen Neu-Interpretation. Alon Levin entwickelt Module, die Farb- und Bildsysteme zu sein scheinen und in seinen Arbeiten immer wieder variiert werden. Erkennbar sind oft vertraute Grundformen wie Turm, Spirale, Bogen, Rad, welche alle die Konnotation technischen Fortschritts, der Bewegung und des Monumentalen in sich tragen. In ihrer extremen Verzahntheit entwickeln sie eine um sich greifende räumliche Qualität. Auffällig ist die Verwendung des Hauptmaterials Holz. Er beläßt es in seiner unmittelbaren Natürlichkeit und unterstreicht so das prozesshafte, skizzenartige seiner Installationen.

In Postponed Modernism – seiner ersten Einzelausstellung in Deutschland –  führt Alon Levin einen Zyklus von Arbeiten weiter (u.a. ISCP, New York 2008 / STROOM, Den Haag 2008/ HVCCA, New York 2009), welcher die Rolle von Form und Symbol für den Menschen thematisiert. Der gedankliche Bogen spannt sich dabei von der Mythologie bishin zur materialisierten Selbstdarstellung (politischer) Systeme.
Im Zentrum der Ausstellung steht eine kolossale 'Konstruktion', die Assoziationen an das 'Great Ferris Wheel' früher Weltausstellungen, Hamstertrommel und Kinder-Spielzeug zugleich zulässt. Das Geheimnis der Konstruktion liegt offen zutage, eine eindeutige Bestimmtheit läßt sich nicht ausmachen. Es wird keine 'Wahrheit' offenbart oder eine Errungenschaft mittels massiver Präsenz gefeiert. Vielmehr konfrontiert der Kosmos der Arbeit den Betrachter mit der Begrenzheit der 'Box', in der er sich auftut – als eine Welt von Vielen.