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Sven Johne ...

 

52 glückliche Orte, Ausstellungsansicht KLEMM'S, Berlin

Sven Johne
52 glückliche Orte / 52 happy places
01.11. – 20.12.2008

In seinen Bild-Text-Zyklen und Videos hat sich Sven Johne mit der Schicksal-
haftigkeit des Indivuums im Verhältnis zu gesellschaftlichen Prozessen befasst. Ein Hauptmerkmal seiner Arbeitsweise ist die Überblendung persönlicher Geschichte(n) mit tatsächlicher Historie, präziser Beobachtung mit pointierter Erfindung. Wie finden und ändern sich Identitäten und Lebensentwürfe unter diesen Bedingungen und wie frei ist man in den Entscheidungen, sein Dasein zu führen? Aufbauend auf den Gestus des Sammelns und Reproduzierens und auf fiktional-athmosphärische Elemente vertrauend, öffnet Johne in seinen Arbeiten die Bühne für die dunklen Seiten und Absurditäten der heutigen Zeit und macht diese in einem konkreten Rahmen fassbar.

Die aktuelle Ausstellung '52 glückliche Orte / 52 happy places' versammelt Arbeiten, die um die immerwährende Suche nach dem Anderen, dem Besseren, vielleicht: dem Utopischen kreisen. Kann man in einer "Gesellschaft der Effizienz und Geschwindigkeit" (S. Johne) ein zufrieden stellendes Leben führen? Ist Solidarität aktuell? Und sind Erfüllung und Glück überhaupt vorstellbar? Der Ausstellungsraum wird zur Projektionsfläche für diese Fragen und öffnet einen Kosmos, der sich einer konkreten Ausformulierung entzieht. Die Erzählung beginnt im Kopf des Betrachters, wenn in einer Ahnenreihe die letzten noch lebenden LeuchtturmwärterInnen in Deutschland auftauchen oder auf dem Kartenmaterial heutiger Seefahrer weit und breit kein Land zu entdecken ist. In einer der ausgestellten Arbeiten begibt sich Johne auf die Spuren eines Hobbyhöhlenforschers, der im Untergrund New Yorks auf der Suche nach Erkenntnis ist. Außerdem hat er sieben Nachrichten per Flaschenpost auf die Weltmeere geschickt – es sind Geschichten des Stillstands, die von Menschen in Warteposition oder von Gesten der Verweigerung erzählen.